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 Vorbereitungen für den Abzug aus dem Kongo beginnen
 Sanitätseinsatzverband hilft dem Albert Schweitzer-Krankenhaus
Lambarene (PIZ Sanitätsdienst) [01.12.2006]. Der Sanitätseinsatzverband EUFOR RD CONGO hilft dem Albert Schweitzer-Krankenhaus in Lambarene mit Medikamenten und Verbandsmaterial.
Die Bundeswehr als Hilfsorganisation und Entwicklungshelfer: In Kongos Nachbarstaat Gabun schenkt die Bundeswehr einen Großteil ihres Vorrats an Medikamenten und Verbandsmaterial dem von Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer gegründeten Urwaldkrankenhaus in Lambarene.
Die Leitung des Albert Schweitzer-Hospitals hatte den Kommandeur des Sanitätseinsatzverbandes EUFOR RD CONGO, Flottenarzt Dr. Michael Knabe, gebeten zu prüfen, ob Medikamente und Verbandstoffe des Sanitätseinsatzverbandes gegen Ende der Mission EUFOR RD CONGO dem Hospital als Sachspende übergeben werden könnten. Damit wäre ein wirksamer und sichtbarer deutscher Beitrag zur temporären Verbesserung der Versorgungssituation des Hospitals geleistet.
Darüber hinaus wurde um personelle und materielle Unterstützung bei der Instandsetzung der elektrischen Anlagen im Krankenhausbereich gebeten, da es in den Behandlungsräumen in der Vergangenheit wiederholt zu gefährlichen Kabelbränden gekommen war.
Das von Albert Schweitzer 1913 in Lambarene gegründete Hospital wird seit 1974 von der internationalen Stiftung „Fondation Albert-Schweitzer“ betrieben und zu einem Drittel von der Republik Gabun subventioniert. Es ist für die medizinische Grundversorgung der Region Lambarene zuständig. Der 1875 im Elsaß geborene Albert Schweitzer hatte im Jahre 1952 den Friedensnobelpreis für sein Lebenwerk erhalten.
Das Spital umfasst mehrere chirurgische und allgemeinmedizinische Abteilungen, eine Kinderklinik, eine Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, sowie zwei in der Nähe des Krankenhauses gelegene geriatrische und psychiatrische Stationen. Es verfügt weiterhin über eine Polyklinik mit Notfallaufnahme, eine Röntgenabteilung, eine Zahnklinik, eine augenärztliche Ambulanz und ein klinisches Labor, das sich neben der klinischen Laborarbeit auch wissenschaftlich mit der Entwicklung von Malariaimpfstoffen und Malariamedikamenten, sowie der Typisierung von Enteroparasiten beschäftigt.
Im Albert-Schweitzer Spital in Lambaréné arbeiten 120 afrikanische Angestellte zusammen mit vier Ärzten und Technikern aus Frankreich und der Schweiz. Das Spital verfügt in den einzelnen Fachabteilungen über 180 Betten im stationären Bereich. In den Ambulanzen werden etwa täglich 120 Patienten betreut. Insgesamt werden etwa 10 meist kleinere chirurgische Eingriffe täglich vorgenommen, den größten Anteil im OP Betrieb hat die gynäkologische Notfallversorgung (Kaiserschnitte usw.)
Die Spende der Bundeswehr kommt in Lambarene an. Foto: PIZ Sanitätsdienst
Die Apotheke des Hôpital Albert Schweitzer versorgt nahezu das gesamte Patientenaufkommen des Hospitals entgeltlich mit Arzneimitteln und Medizinprodukten. Das in der Apotheke beschäftigte Personal ist kein pharmazeutisches Fachpersonal und besteht aus 10 einheimischen Hilfskräften, die nicht alle über eine Krankenpflege-Ausbildung verfügen. Aufgrund des geringen Budgets der Apotheke ist nur ein kleiner Lagerbestand vorhanden. Die gravierendsten Fehlbestände gibt es bei Impfstoffen, Antimalariamitteln, Analgetika, Antibiotika, antiviralen Medikamenten und Verbandmaterial.
Nach eingehender Prüfung durch den Sanitätseinsatzverband und Genehmigung durch das Bundesministerium der Verteidigung besuchte am 24.11.2006 eine kleine Delegation des Sanitätseinsatzverbandes unter der Führung von Flottenarzt Dr. Knabe und dem Kanzler der Deutschen Botschaft in Gabun das Krankenhaus in Lambarene und übergab dort die erste Hilfslieferung, die eigens mit einer deutschen Transall C-160 eingeflogen wurde. Im Zuge der Rückverlegung der deutschen Soldaten aus Gabun und dem Einsatzland RD Congo werden weitere, der Lage angepasste Hilfslieferungen folgen.
Nahezu alle Ärzte, Pfleger und weiteres Krankenhauspersonal versammelten sich in feuchtheisser Luft, um der offiziellen Übergabezeremonie beizuwohnen. Auch der Bürgermeister von Lambarene und die stellv. Vorsitzende der Fondation Albert-Schweitzer waren anwesend und dankten dem Gast in Uniform für die Unterstützung aus Deutschland. Auf dem Programm stand im Anschluss die Besichtigung des Hospitals, ein Besuch der Grabstätte Albert Schweitzers und seiner Frau sowie die Besichtigung der historischen Krankenhausgebäude und des Wohnhauses, in dem der Arzt und Friedensnobelpreisträger bis zu seinem Tode im Jahre 1965 gelebt und gewirkt hat.
Die Hilfslieferungen werden ihren Abschluss mit der Rückkehr der letzten deutschen Soldaten in die Heimat finden. Medikamente und Verbandsmaterial werden noch solange beim Sanitätseinsatzverband bevorratet wie deutsche Soldaten in Gabun oder im Kongo stationiert sind, um die sanitätsdienstliche Versorgung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten.
 
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