Die
Apotheke des Hôpital Albert Schweitzer versorgt nahezu das
gesamte Patientenaufkommen des Hospitals entgeltlich mit Arzneimitteln
und Medizinprodukten. Das in der Apotheke beschäftigte Personal
ist kein pharmazeutisches Fachpersonal und besteht aus 10 einheimischen
Hilfskräften, die nicht alle über eine Krankenpflege-Ausbildung
verfügen. Aufgrund des geringen Budgets der Apotheke ist nur
ein kleiner Lagerbestand vorhanden. Die gravierendsten Fehlbestände
gibt es bei Impfstoffen, Antimalariamitteln, Analgetika,
Antibiotika, antiviralen Medikamenten und Verbandmaterial.
Nach eingehender Prüfung durch den Sanitätseinsatzverband
und Genehmigung durch das Bundesministerium der Verteidigung
besuchte am 24.11.2006 eine kleine Delegation des
Sanitätseinsatzverbandes unter der Führung
von Flottenarzt Dr. Knabe und dem Kanzler der Deutschen
Botschaft in Gabun das Krankenhaus in Lambarene und übergab
dort die erste Hilfslieferung, die eigens mit einer
deutschen Transall C-160 eingeflogen wurde. Im Zuge
der Rückverlegung der deutschen Soldaten aus
Gabun und dem Einsatzland RD Congo werden weitere,
der Lage angepasste Hilfslieferungen folgen.
Nahezu alle Ärzte, Pfleger und weiteres Krankenhauspersonal
versammelten sich in feuchtheisser Luft, um der offiziellen Übergabezeremonie
beizuwohnen. Auch der Bürgermeister von Lambarene
und die stellv. Vorsitzende der Fondation Albert-Schweitzer
waren anwesend und dankten dem Gast in Uniform für
die Unterstützung aus Deutschland. Auf dem Programm
stand im Anschluss die Besichtigung des Hospitals,
ein Besuch der Grabstätte Albert Schweitzers
und seiner Frau sowie die Besichtigung der historischen
Krankenhausgebäude und des Wohnhauses, in dem
der Arzt und Friedensnobelpreisträger bis zu
seinem Tode im Jahre 1965 gelebt und gewirkt hat.
Die Hilfslieferungen werden ihren Abschluss mit
der Rückkehr der letzten deutschen Soldaten in
die Heimat finden. Medikamente und Verbandsmaterial
werden noch solange beim Sanitätseinsatzverband
bevorratet wie deutsche Soldaten in Gabun oder im
Kongo stationiert sind, um die sanitätsdienstliche
Versorgung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. |