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 Anschläge befürchtet
 Höhere Sicherheitsvorkehrungen in Hamburg und Afghanistan

Erhöhte Wachsamkeit herrscht zur Zeit nicht nur in den Bundeswehr-Liegenschaften im Ausland.
Hamburg/Feisabad [30.8.2005]. Die Gefährdungslage für deutsche Soldaten im In- und Ausland steigt. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wird die Hamburger Führungsakademie der Bundeswehr wegen eines Lehrgangs von 22 irakischen Generalstabsoffizieren „massiv bewacht“. Der üblicherweise eingesetzte zivile Wachschutz sei von bewaffneten Soldaten mit Hunden ersetzt worden, Fahrzeuge werden dem Bericht zufolge mit Spiegeln auf versteckte Sprengladungen hin überprüft. Ein deutscher Lehrgangsteilnehmer bestätigte gegenüber truppen.info die verstärkten Sicherheitskontrollen, den Begriff „massive Bewachung“ wollte der Offizier allerdings „nicht kommentieren“. Die Ausbildung der irakischen Offiziere geht auf Zusagen der Bundesregierung bei einem NATO-Gipfel im vergangenen Jahr zurück.
Beim ISAF-Einsatz ist die Gefahr bereits real: Nach dem Granatenanschlag auf die Bundeswehr im nordafghanischen Feisabad hat Verteidigungsminister Struck (SPD) die Sicherheitslage für die deutschen Soldaten als „bedrohlich“ bezeichnet. Er rechne mit Blick auf die anstehenden Parlamentswahlen in Afghanistan am 18. September mit weiteren Anschlägen dieser Art, sagte Struck am Montag bei einem kurzen Truppenbesuch. Der Einsatz der beiden deutschen Aufbauteams in Feisabad und Kundus ist aus Sicht des Ministers dennoch nach wie vor zu verantworten. Die Soldaten hätten „alle nötigen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen“.
Am Samstagabend hatte es einen Anschlag mit einer Granate auf das Bundeswehrfeldlager in Feisabad gegeben. Niemand wurde verletzt. „Man muss sich zweifellos Sorgen machen um die Sicherheit der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan“, so Struck. Nur durch großes Glück habe es keine Verletzten „oder Schlimmeres“ gegeben, erklärte der Kommandeurs des Lagers in Feisabad, Oberst Peter Baierl, gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Das getroffene Zelt sei mit sieben Soldaten belegt, zum Zeitpunkt des Einschlags aber nicht besetzt gewesen.
Die Lage in der Region sei „teilweise unruhig und nicht stabil“. Dem Anschlag vom Sonnabend seien andere Zwischenfälle vorausgegangen, erklärte Baierl. So seien erst in der vergangenen Woche drei Bundeswehrsoldaten einem Anschlagversuch entkommen, weil sie mit ihrem Fahrzeug rechtzeitig einen mit Sprengstoff gefüllten Kochtopf auf einer Straße umfahren hätten.
Das Bundestagsmandat für den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr läuft am 13. Oktober aus. Verteidigungsminister Struck will die Mandatsverlängerung mit einer Aufstockung des Kontingents von derzeit 2.250 auf 3.000 Soldaten sowie einer Ausdehnung des Einsatzgebietes auf den ganzen Norden verbinden.
Deutschland ist nach dem Konzept der NATO für die regionale Koordination der Wiederaufbauteams der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) im Norden zuständig. Dort sind bislang 450 Bundeswehrsoldaten stationiert. Künftig soll die Koordination von Masar-I-Sharif aus gesteuert werden. Die Bundeswehr werde deshalb einen Teil des Kontingents dorthin verlagern, sagte Struck. Der Minister betonte erneut, dass sich die Bundeswehr nicht an der Drogenbekämpfung beteiligen werde.
(Lars Bessel)
 
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